MonkeyRent
Zum Bewerten auf einen Stern tippen
Wer bei MonkeyRent einen Transporter mietet, bekommt keinen Schalter, an dem jemand einen Vertrag ausdruckt. Reservieren, per SMS einen PIN erhalten, das Fahrzeug damit selbst öffnen, losfahren: Das ist laut eigener Darstellung der komplette Ablauf, "ohne Depot, ohne App und ohne lästige Formulare". Für einen Umzug, bei dem man schlicht einen Lieferwagen für ein paar Stunden braucht, ist das ein anderes Modell als eine klassische Autovermietung mit Schalteröffnungszeiten.
Was es ist
MonkeyRent ist unter der Adresse Viktoriastr. 21, 3013 Bern erreichbar, telefonisch unter +41 78 928 47 47; die FAQ-Seite stellt allerdings klar, dass an dieser Adresse nur das für Kunden nicht zugängliche Büro liegt und dort keine Transporter abgeholt werden können. Das Geschäftsmodell ist reine Selbstbedienung: Fahrzeuge stehen an festen Standorten, werden online reserviert und per SMS-PIN geöffnet, rund um die Uhr, ohne dass Personal vor Ort sein muss. Die Website nennt dazu über 7'000 zufriedene Kunden und eine Bewertung von 4.9 aus mehr als 400 Bewertungen.
Wie es entstanden ist
Die Über-uns-Seite erzählt eine ungewöhnlich detaillierte Firmengeschichte samt Zeitstrahl. Gegründet hat MonkeyRent laut eigener Aussage Samuel Friederich, zunächst als Einzelfirma "Friederich Rentals"; am 1. Januar 2022 wurde daraus die Rentag GmbH. Der erste Transporter, intern "Spike" genannt, ein von der Post übernommener gelber Wagen, stand ab Februar 2021 bei der Welle 7 am Berner Bahnhof. Von dort wuchs die Flotte Fahrzeug für Fahrzeug, jedes mit eigenem Namen: "Abu" kam im Juli 2021 dazu, "Crystal" im März 2022 als erstes weisses Fahrzeug, "Koko" im August 2022 als erster Neuwagen samt zweitem Standort an der Kapellenstrasse, "Zira" im Januar 2023, während Koko zeitgleich nach Thun an die Länggasse zog. Die beiden ursprünglichen Post-Fahrzeuge wurden später ersetzt: "Spike" im Oktober 2023, "Abu" im Februar 2024 nach 300'000 gefahrenen Kilometern. Der Standort in Thun zog im Mai 2025 von der Länggasse 56A an die Länggasse 59 um, weil die alten Parkplätze einem Neubauprojekt weichen mussten; im August 2025 kam mit "Kong" der erste Automat am neuen Standort bei der UBS in Köniz dazu, im Februar 2026 mit "Momo" laut eigener Zählung das zehnte Fahrzeug der Flotte an der Welle 7. Der neuste Standort in Bümpliz, direkt neben einer Migrolino-Tankstelle, kam im August 2026 hinzu, nachdem ein Parkplatz bei der Welle 7 aufgegeben werden musste.
Was man bekommt
Im Mietpreis inbegriffen sind laut eigener Aussage Spanngurte, Decken und ein Wägeli (eine Sackkarre beziehungsweise ein Transportroller), zusätzlich zum Fahrzeug selbst. Gefahren werden darf mit einem gewöhnlichen Führerausweis der Kategorie B, das Fahrzeug bietet 3 Sitzplätze. Angetrieben wird es wahlweise mit Hand- oder Automatikschaltung, mit Dieselmotor und einem angegebenen Verbrauch von rund 10 Litern auf 100 Kilometer. Der Laderaum misst 2.82 Meter in der Länge, 1.70 Meter in der Breite und 1.82 Meter in der Höhe, was einem Ladevolumen von 10.3 Kubikmetern entspricht; die Aussenmasse des Fahrzeugs selbst gibt die Website mit 5.6 Metern Länge, 2.1 Metern Breite und 2.8 Metern Höhe an.
Standorte
Abgeholt werden können die Fahrzeuge an fünf Standorten: 4 Lieferwagen stehen direkt am Bahnhof Bern bei der Welle 7, 2 an der Kapellenstrasse unterhalb des City-West-Parkings, 2 in Thun an der Länggasse 59 bei der Post, 1 in Köniz an der Schwarzenburgstrasse 232 bei der UBS und 1 in Bümpliz an der Murtenstrasse 224 beim Migrolino. Zusammengezählt ergibt das genau die 10 Fahrzeuge, die auch der Firmengeschichte als aktuelle Flottengrösse zu entnehmen sind. Eine Einwegmiete ist laut FAQ nicht möglich; der Transporter muss auf demselben Parkplatz zurückgestellt werden, an dem er abgeholt wurde.
Was es kostet
Die Website veröffentlicht eine vollständige Preistabelle statt einer blossen "ab"-Angabe. Pro Stunde kostet die Miete ab CHF 24.-, inklusive 40 Kilometern pro Stunde. Für 6 Stunden werden ab CHF 129.- verrechnet, inklusive 200 Kilometern; für 12 Stunden ab CHF 149.-, ebenfalls inklusive 200 Kilometern; für 24 Stunden ab CHF 179.-, inklusive 300 Kilometern. Zusätzliche Kilometer über das inkludierte Kontingent hinaus kosten laut FAQ 50 Rappen pro Kilometer zusätzlich zum Treibstoff, der ebenfalls zulasten der Mieterin oder des Mieters geht. Am Samstag sind die Preise laut FAQ höher, mit der Begründung, dass dann die Nachfrage am höchsten sei. Bezahlt werden kann laut FAQ ausschliesslich online bei der Buchung, mit TWINT, Mastercard oder Visa.
Die FAQ-Seite legt zudem offen, was im Schadenfall gilt: Der Selbstbehalt beträgt bis zu CHF 3000.- für Schäden am eigenen Fahrzeug und bis zu CHF 2000.- für Schäden an fremdem Eigentum, macht zusammen maximal CHF 5000.-, reduzierbar über eine optionale Selbstbehalt-Versicherung. Eine Fahrt ausserhalb der Schweiz ist ausdrücklich nicht erlaubt und laut eigener Aussage nicht versichert; bei Zuwiderhandlung droht eine Konventionalstrafe von CHF 1000.- zuzüglich weiterer Kosten. Wer eine Reservation weniger als 48 Stunden vor Mietbeginn storniert, muss Mietkosten bis CHF 300.- übernehmen, bei einer verspäteten Rückgabe fällt dieselbe Gebühr von CHF 300.- an. Der Transporter muss zudem vollgetankt zurückgegeben werden, mit digital eingereichter Tankquittung; wer das versäumt, zahlt zusätzlich CHF 150.- Gebühr. Geöffnet wird das Fahrzeug über eine Schlüsselbox am Heck, die eine Stunde vor Mietbeginn per SMS-Zahlencode freigeschaltet wird.
Wie es sich vergleicht
MonkeyRent veröffentlicht auf der eigenen Seite eine Vergleichstabelle mit drei etablierten Anbietern, deren Zahlen dem eigenen Marketing entstammen und hier entsprechend als Eigenangabe von MonkeyRent wiedergegeben werden, nicht als unabhängig geprüfte Fakten über die Konkurrenz. Für 12 Stunden nennt die Tabelle für Mobility CHF 169.- (48.- für die erste Stunde, digitale Formulare, inklusive 100 Kilometer pro Tag, 5.7 Kubikmeter Ladevolumen, ohne inkludiertes Zubehör), für Hertz ebenfalls CHF 169.- (135.- für die erste Stunde, Abholung nur zwischen 7.30 und 17 Uhr, inklusive 150 Kilometer pro Tag, 10.6 Kubikmeter, mit separat verrechnetem Zubehör von 10.- bis 20.- pro Stück) und für AVIS CHF 150.- (150.- für die erste Stunde, Aufpreis ausserhalb der Bürozeiten, inklusive 150 Kilometer pro Tag, 10.5 Kubikmeter, ohne inkludiertes Zubehör). MonkeyRent selbst führt in derselben Tabelle CHF 149.- für 12 Stunden auf, mit 24-Stunden-Fahrzeugabholung, 200 inkludierten Kilometern pro Tag, ohne Formulare und mit 6 Spanngurten, 6 Wolldecken und 4 Wägeli inklusive, bei 10.3 Kubikmetern Ladevolumen.
Wer dazu passt
Auf der Startseite sind mehrere Kundenstimmen mit vollem oder abgekürztem Namen veröffentlicht; eine Kundin namens Christine Biaggi beschreibt die Abwicklung als "super einfach und sehr unkompliziert" und lobt das Vorbereitungsvideo, ein Kunde namens Benjamin bestätigt, die Reservation sei einfach und der Kundendienst "extrem freundlich und Kundenorientiert" gewesen. Für wen sich das Modell eignet, lässt sich aus den Bedingungen selbst ableiten: Wer selbst zupacken kann und will, innerhalb der Schweiz bleibt, das Fahrzeug am selben Ort zurückbringt und ohnehin schon weiss, wie viele Stunden und Kilometer der Umzug erfordert, profitiert von einer Preisstruktur, die vorab exakt berechenbar ist. Wer dagegen Hilfe beim Tragen, Verpacken oder Ein- und Ausladen braucht, bekommt bei MonkeyRent nach eigener Darstellung nur das Fahrzeug samt Zubehör, keine Arbeitskräfte, und sollte stattdessen eine klassische Umzugsfirma mit Personal beauftragen.
Unter dem Strich ist MonkeyRent kein Ersatz für eine Umzugsfirma, sondern eine Alternative zu Mobility, Hertz oder AVIS für alle, die selbst fahren. Die Kombination aus fester Preistabelle, offen kommunizierten Selbstbehalten, mehreren kleinen Abholstandorten in Bern, Köniz, Bümpliz und Thun sowie inkludiertem Zubehör macht das Angebot für kurzfristige Selbstumzüge in der Region konkret vergleichbar, ohne dass eine Anfrage oder ein Beratungsgespräch nötig wäre.