GHG St.Galler Brockenhaus
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Das GHG St.Galler Brockenhaus beschreibt sich selbst so: "Wir machen weit mehr, als «nur» schöne Brocken zu verkaufen." Neben dem eigentlichen Secondhand-Laden an der Goliathgasse 18 in St.Gallen bietet die Organisation auf einer eigenen Unterseite Umzüge, Transporte, Räumungen und Entsorgungen an, dazu Reinigungen, Abholungen und Zufuhren.
Was es ist
Anders als eine reine Umzugsfirma tritt das St.Galler Brockenhaus als gemeinnützig ausgerichtete Organisation auf. Die Website nennt in ihrer Navigation eine Reihe weiterer, ebenfalls mit "GHG" gekennzeichneter Einrichtungen, etwa GHG Tempelacker, GHG Riederenholz, die GHG CP-Schule, GHG HPS St.Gallen, GHG Sonnenhalde Tandem, GHG Rosenberg und GHG Maurini, ohne dass die Räumungsseite selbst erklärt, wofür das Kürzel GHG steht oder wie diese Einrichtungen zusammenhängen. Auf der Startseite ist zudem von "ehrenamtlichen Mitarbeitenden" die Rede, die im Brockenhaus "dort einspringen, wo ihre Stärken zur Geltung kommen", was zusammen mit den übrigen GHG-Standorten auf einen sozialen Träger im Hintergrund hindeutet, ohne dass sich das aus der Räumungsseite selbst vollständig ableiten liesse.
Was man bekommt
Für Umzüge, Räumungen, Entsorgungen, Reinigungen, Abholungen, Zufuhren und Transporte wirbt die Website mit "geschultem Personal und entsprechender maschineller Unterstützung, zum Beispiel einem Zügellift, der 26 Meter ausfahrbar ist." Damit will die Organisation nach eigener Aussage "selbst anspruchsvolle Wohnungen kostengünstig und speditiv" zügeln, etwa wenn ein enges Treppenhaus einen herkömmlichen Möbeltransport erschwert. Ergänzend nennt die Seite einen "kostenlosen Abholservice für Möbel, Haushaltsgegenstände und Kleider, die noch verkauft werden können", eine klassische Brocki-Logik: Was sich weiterverkaufen lässt, holt die Organisation gratis ab, statt es kostenpflichtig zu entsorgen.
Was heraussticht
Bemerkenswert ist der Ton, mit dem die Website Räumungen beschreibt: "Gerade Räumungen sind oft mit Emotionen verbunden. Wir sind neutrale, erfahrene Profis und für Sie da, wenn Sie uns brauchen, mit Manns- und Fraus-Kraft und stets einem offenen Ohr." Das positioniert das Angebot bewusst als einfühlsam statt rein transaktional, passend zu einer Organisation, die sich selbst nicht in erster Linie als Umzugsfirma, sondern als Brockenhaus mit sozialem Zweck versteht. Auf der Startseite wird das durch eine Reihe kurzer Porträts unterstrichen: Anita Telatin leitet seit gut einem Jahr das Verkaufsteam, und Roberto Sessolo betreibt im "Kunstlager" an der Schwertgasse 14 den Handel mit Bildern und Stichen, den die Website als eine der Stärken des Hauses beschreibt.
Das St.Galler Brockenhaus ist ausserdem Station Nr. 3 des neuen "St.Galler Klimawegs", wo es laut eigener Beschreibung um Konsum und Nachhaltigkeit geht, eine thematische Einordnung, die zu einem Betrieb passt, dessen Kerngeschäft ohnehin die Weiterverwertung von Gegenständen ist.
Auf der Startseite pflegt die Organisation zudem eine Art Hausmagazin mit wechselnden Kurzmeldungen: ein "Objekt des Monats" aus dem eigenen Sortiment, ein Rückblick auf einen "Grusel-Brocki" zu Halloween und ein Bericht über eine Wechselausstellung im Januar 2026 in der GHG HPS St.Gallen, die laut Website "Werke aus dem Galeriefundus des GHG St.Galler Brockenhauses" zeigte. Unter dem Titel "Unser Brockenhaus macht glücklich" schreibt die Website, Menschen würden den Laden "oft mit einem Lachen im Gesicht" verlassen. Diese Beiträge betreffen zwar in erster Linie den Ladenbetrieb und nicht die Räumungssparte, zeigen aber, dass Umzüge und Räumungen hier ausdrücklich als Teil eines grösseren, auf Wiederverwertung und Begegnung ausgerichteten Betriebs verstanden werden und nicht als isoliertes Zusatzgeschäft.
Wie es organisiert ist
Kontakt läuft über die Telefonnummer +41 71 222 17 12 oder ein Kontaktformular. Das Brockenhaus an der Goliathgasse 18 hat laut Website montags von 13 bis 18 Uhr, dienstags bis freitags von 9 bis 12 und 13 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Das separate Kunstlager an der Schwertgasse 14 öffnet dienstags und donnerstags von 14 bis 17.30 Uhr oder auf Anfrage. Spenden können laut Website auf das Konto CH62 0900 0000 9001 6310 4 überwiesen werden, ein Hinweis, der zusätzlich zum kommerziellen Räumungsangebot auf den karitativen Charakter der Organisation verweist. Für Anliegen, die über eine gewöhnliche Anfrage hinausgehen, nennt die Website ausserdem eine eigene "Anlaufstelle GHG für Problemlösungen", eine Art Beschwerdestelle, die auf eine formalisierte interne Struktur hindeutet, wie sie bei einer klassischen kleinen Räumungsfirma eher unüblich wäre.
Was es kostet
Eine Preisliste, ein Stundensatz oder eine Beispielrechnung für Umzüge, Räumungen oder Transporte veröffentlicht die Website nicht. Stattdessen verweist sie auf eine unverbindliche Offerte per Kontaktformular, Telefon oder E-Mail. Konkret beziffert wird nur die Reichweite des Zügellifts mit 26 Metern, nicht aber ein Preis pro Stunde, pro Kubikmeter oder pro Auftrag.
Wie es sich vergleicht und für wen es passt
Im Vergleich zu einer reinen Räumungsfirma verbindet das St.Galler Brockenhaus die Dienstleistung mit einer zweiten, eigenen Verwertungskette: Was bei einer Räumung an brauchbaren Möbeln, Haushaltsgegenständen oder Kunstwerken anfällt, kann direkt in den eigenen Laden oder ins Kunstlager übergehen, statt bei einer reinen Entsorgungsfirma den Umweg über ein externes Brockenhaus zu nehmen. Das passt zu Kundschaft, der eine nachvollziehbare Weiterverwendung wichtig ist und die eine Organisation mit sozialem Hintergrund einer rein gewinnorientierten Firma vorzieht, ebenso zu Wohnungen mit schwierigem Zugang, für die der 26 Meter lange Zügellift ausgelegt ist.
Wer dagegen vorab eine öffentlich einsehbare Preisspanne sucht oder eine reine Handelsfirma ohne sozialen Auftrag bevorzugt, findet auf der Website keine Anhaltspunkte für Kosten und muss sich, wie bei fast allen Anbietern dieser Kategorie, auf eine individuelle Offerte einlassen. Unklar bleibt auch, in welchem Verhältnis die Räumungssparte zu den übrigen GHG-Einrichtungen wie Tempelacker oder der CP-Schule steht, dazu äussert sich die Umzugs- und Räumungsseite selbst nicht, wer das genauer wissen will, muss die Website über die eigentliche Räumungsseite hinaus weiterlesen.
Für die Kundschaft am naheliegendsten dürfte trotzdem der direkte Zusammenhang mit dem Ladengeschäft sein: Wer eine Wohnung räumen lässt, kann in derselben Organisation gleich beobachten, wohin brauchbare Gegenstände am Ende gehen, nämlich in den Verkaufsraum an der Goliathgasse oder ins Kunstlager an der Schwertgasse, statt sich auf ein abstraktes Versprechen zur Weiterverwertung verlassen zu müssen. Das unterscheidet das Angebot von reinen Entsorgungsfirmen, die brauchbare Möbel typischerweise an ein externes, nicht selbst betriebenes Brockenhaus weiterreichen. Ob sich daraus für die Kundschaft auch ein finanzieller Vorteil ergibt, etwa in Form einer Gutschrift für besonders wertvolle Stücke, sagt die Räumungsseite selbst nicht, sie beschreibt den kostenlosen Abholservice nur für Gegenstände, die "noch verkauft werden können", ohne eine Beteiligung am Erlös zu erwähnen.
Unter dem Strich bleibt das St.Galler Brockenhaus damit eine ungewöhnliche Mischung aus Secondhand-Laden, Kunsthandel und Umzugs- beziehungsweise Räumungsbetrieb unter einem gemeinsamen, sozial ausgerichteten Dach, für das eine schlichte Renovationsmeldung im Footer, "Wir bauen für Sie um", genauso Platz findet wie die Ausstattung mit einem 26 Meter langen Zügellift für schwierige Zugänge.